Schweizer Kleinmeister

Eine kurze Einführung

Schweizer Kleinmeister

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Schweizer Kleinmeister

Eine kurze Einführung

Die Schweiz im Bild

Der aufkommende Tourismus des 18. und 19. Jahrhunderts führte in der Schweiz zu einem Aufschwung der Landschafts- und Genremalerei. Die Naturschönheiten der Schweiz galten als besonders pittoresk, ihre Landschaften als ausgesprochen spannungs- und kontrastreich. Die steigende touristische Nachfrage nach Bildern begründete den Erfolg einer Gruppe von Künstlern, die heute als «Schweizer Kleinmeister» bekannt sind.

Angeregt durch die Literatur entdeckten seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts europäische Reisende aus gehobenen Gesellschaftsschichten allmählich das Territorium der Eidgenossenschaft als Reiseziel. Die Alpen galten bald als Sinnbild für die wahrhaftige – jedoch auch erschreckende und zutiefst verstörende Natur. Ob sie vor riesigen Gletschern erschauerten, sich in einem der zahlreichen Thermalbäder von den Strapazen ihrer Reise erholten oder auf den romantischen Spuren von Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) wandelten – die Touristen von damals trugen oftmals ein Bild von diesen faszinierenden und erinnerungswürdigen Orten in koffergängigem Format mit sich nach Hause.

Bildmanufakturen

Ob alpine oder urbane Ansichten, Trachten oder das Landleben, die «Schweizer Kleinmeister» erhoben zum Bildgegenstand, was das touristische Auge erfreute. Als Bildproduzenten mit oder ohne festen Auftraggeber versorgten diese Künstler ein anonymes Publikum mit bildhaften Reiseandenken. Sie nutzten dabei die Vorteile der Druckgrafik, die dank ihrer Reproduzierbarkeit die rasant steigende Nachfrage nach Bildern zu decken vermochte.

Der ökonomischen Ausrichtung ihrer Bildproduktion entsprechend, arbeiteten die «Schweizer Kleinmeister» meist in arbeitsteilig organisierten Werkstätten. Maler und Zeichner fertigten Skizzen und Studien nach der Natur, Stecher übertrugen diese Vorlagen auf Druckplatten, zuletzt wurden die gedruckten Grafikblätter von meist unbekannten Koloristen, manchmal auch vom Meister persönlich mit Aquarell oder Gouache koloriert. Gelegentlich wurden die aquarellierten Druckgrafiken mit einem Hauch Gummiarabikum oder Bleiweiss gehöht, was die Bilder zusätzlich veredelte. Die fertigen Druckgrafiken wurden einzeln, in Blattfolgen oder zu Alben gebunden zum Verkauf angeboten. Sogenannte «Voyages Pittoresques» beleuchteten oft eine bestimmte Region, manchmal stand aber auch die Schweiz als Ganzes im Zentrum der Darstellung. Gegen einen Aufpreis boten die «Schweizer Kleinmeister» auch originale Zeichnungen, Aquarelle und Ölgemälde zum Verkauf.

Das Ende einer Ära

Sich verschiebende Tourismusströme, eine Übersättigung des Marktes sowie ein veränderter Geschmack liessen die Nachfrage gegen Mitte des 19. Jahrhunderts allmählich einbrechen. Durch die Erfindung der Fotografie, welche einen neuartigen Realismus versprach, verlor die Bildproduktion der «Schweizer Kleinmeister» zusätzlich an wirtschaftlicher Bedeutung. Dies, auch wenn die frühen fotografischen Verfahren die differenzierte Farbigkeit und die drucktechnische Reproduzierbarkeit der kolorierten Grafiken noch nicht zu gewährleisten vermochten. Hinsichtlich ihrer Motive schloss die frühe Landschaftsfotografie in der Schweiz unmittelbar an die Kleinmeister an.

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